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[Typ89] Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon ParadoX » So 15. Okt 2017, 11:17

Ich habe die Buchsen bei meinem 90er im eingebauten zustand nicht raus bekommen. Saßen Bobenfest.
Habe die komplette Achse ausgebaut.
Ist ja im Prinzip nicht viel mehr Arbeit. Bremsleitungen ab, Stoßdämpfer ab und fertig.
Dann konnte man im ausgebauten Zustand besser an den Lagern arbeiten.

Habe es auch nur auf Böcken, ohne Hebebühne gemacht. Alleine.
Ging ganz gut. Musst halt nur die Ache mit dem Wagenheben langsam ablassen und beim Einbau wieder mit Wageneheber anheben.

Denke beim Einbau der neu gelagerten Achse auch daran, das die Schrauben der Achslager und Stoßdämpfer erst dann angezogen werden wenn das Fahrzeug in "Fahrpostition" steht. Also die Achse quasi eingefedert ist.
Sonst sind die Lager ruckzuck wieder defekt, da sie permanent verdreht sind.
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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon manfred5 » So 15. Okt 2017, 16:30

Hallo zusammen,
wie versprochen, heute der Bericht über den Lagerwechsel an der Cabrio-Hinterachse mit ersten Bildern. An dieser Stelle, allen vielen Dank für die Tipps und Ratschläge, die ich vor der Aktion erhalten habe!
Also, Cabrio aufgebockt und mit Böcken gesichert. Natürlich liegt zwischen Schweller und Stützbock ein festes Gummi um die Schutzschicht nicht zu beschädigen.

01.JPG

Dann die Bremsschläuche gelößt und verschlossen. Bei Arbeiten an Bremsleitungen nehme ich immer einen alten an einer Seite verschlossenen Bremsschlauch, in den ich die offene Leitung eindrehe.
Das herausschrauben der Hinterachsschraube gestaltete sich etwas schwierig, weil die Platzverhältnisse doch recht eng sind, sprich, mit Ratsche und Nuß war erstmal nichts zu machen. Mit dem 18er Schlüssel ging es dann.
02.JPG


Kaum ist die Schraube raus, merkt man sofort, wie die Achse nach vorne schwingt. Ich habe das Rad bewußt nicht demontiert damit ich mit einem Holz das Schwert anschließend wieder gut einfädeln konnte.
03.JPG

Linke Seite das gleiche Spiel.
04.JPG


Zwischen Rad und Radlauf habe ich ein Vierkantholz geklemmt, was ich dann später brauchte, um das Achsschwert nach unten zu positionieren.
04a.JPG


Ich habe dann die Achse auf beiden Seiten nach hinten gezogen und die Achsschwerter nach unten gedrückt.
Mit besagtem Stück Holz zwischen Schweller und Achsschwert wurde der OP-Bereich entsprechend gut zugänglich vorbereitet.
Bei genauem Hinsehen konnte ich feststellen, daß das Lager in der Tat schon ins Alter gekommen ist und sich das Gummi vom Metall teilweise gelöst hatte. Bitte hier auch mal darauf achten, wie das Lager eingebaut ist. Parallel zur Schwertrichtung sind links und rechts im Gummi Aussparungen. Genauso muß das neue Lager auch eingebaut werden. (Später auf Einbauposition achten)
05.JPG


Mit einer M12 Schraube (übrigens vom Zylinderkopf eines AAT Motors), der Aussenschalte eines alten vorderen C4-Radlagers und einem U-Profil bewaffnet, konnte ich das innere Lager problemlos in das Distanzstück ziehen.
06.JPG


Jetzt mußte „nur noch“ die äussere Schale aus dem Achsschwert entfernt werden.
07.JPG


Eurem Rat folgend, habe ich die Hülse eingesägt um die Spannung herauszunehmen – sitzt in der Tat verdammt fest. Ob eine Stichsäge immer das Mittel der Wahl ist, sei dahin gestellt, das Sägeblatt der Handbügelsäge war Schrott und mit der Stichsäge ging es schön einfach. Da ich die Drehzahl bei der Festool sehr herunterregeln kann, war die Gefahr zu tief zu sägen, relativ gering. Hier sieht man die getrennte und herausgeschlagene Hülse.
08.JPG


Nachdem ich das Auge gesäubert hatte, wurde das neue Lemförder—Lager eingezogen. Dazu entsprechendes Rohr oder eine Nuß nehmen und darauf achten, daß nicht das Gummi sondern nur die äußere Hülse gedrückt wird. Achtung: Einbaulage beachten! Siehe Bild 2.
Anfangs verkantete das Lager aber mit Gefühl und genauem Beobachten, wie sich das Lager einzieht, hat man nach einem Drittel des Weges gewonnen.
Achtung: Im Bild hier wurde vor Erreichen der endgültigen Position noch ein Rohrstück eingelegt damit sich das Lager auch vollständig in die richtige Position ziehen kann.
10.JPG


Fertig – das Lager sitzt, ist auch in der richtigen Position und das Gummi unbeschädigt.
11.JPG


Blick auf die andere Seite – passt.
12.JPG


Der Rest erklärt sich von selbst – alles wieder zusammenbauen, Bremsleitungen anschließen, entüften, etc..
Wissenswert ist, daß die "Mutter" der Achsschraube ein massives Stück Metall mit Innengewinde ist. Dies ist nicht fest mit der Karrosserie verbunden, sprich, wenn die Schraube nicht greift, muß man den Innenradschutz aus Kunststoff etwas nach hinten ziehen und das Gegenlager von Hand positionieren. Fummelsarbeit, aber geht.

Ein Hinweis noch: Die Achsschrauben nicht völlig festziehen sondern das Fahrzeug erst ablassen und im eingefederten Zustand die Schrauben endgültig anziehen. Sonst macht das Lager (Gummi-Metall-Verbindung) nicht lange mit.
Verwendet wurden übrigens Lager von Lemförder – derzeit im Angebot für sage und schreibe 3,86€.
Übrigens: Bei der Suche nach geeigneten Rohrstücken zum Ein- und Ausziehen bin ich über ein altes vorderes Radlager vom Audi C4 gefallen und konnte die Teile nutzen. Das Innenlager passt genau auf die äußere Hülse des Hinterachslagers, die Außenhülse des Radlagers eignete sich gut als Distanzstück um das Hinterachslager einzuziehen.
13.JPG


Die gesamte Arbeit hat ohne Eile 3 Stunden gedauert.
So, jetzt bin ich mal gespannt, ob der TÜV nun zufrieden ist.
Ich hoffe, dass der Bericht dem einen oder anderen helfen wird oder zumindest die Bedenken beim Anstehen solcher Arbeiten nimmt.

Einen netten Gruß
Manni
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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon Arrgyle » So 15. Okt 2017, 17:04

Erst mal vielen Dank für deine gut bebilderte "Bastelanleitung"!!
Und jetzt mal die Daumen drücken, daß der TÜV - Onkel genau so begeistert ist......


Sonnige Grüße Arrgyle
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.



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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon LY9A » Mo 16. Okt 2017, 07:45

Das ist gut zu wissen das an der Schraube zur Achsbefestigung keine Mutter, sondern so eine schöne und massive Platte dran ist.
Passt auch am Typ 81, sehr gut!
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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon 5-ender » Mo 16. Okt 2017, 11:10

...wenn die Aufnahme noch vorhanden ist, gell.... :mrgreen:

MfG Chris :undwech:
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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon Jan867 » Mo 16. Okt 2017, 13:55

Hallo Manni,

super Bericht, danke sehr! Wäre doch etwas für die FAQ...
Ist die HA jetzt mittig ausgerichtet? Ich meine, ist der Abstand zwischen Koti und Rad auf beiden Seiten gleich?
Grüße
Jan
________


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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon LY9A » Mo 16. Okt 2017, 13:57

Ja richtig, wenn noch oder

wieder (vielleicht noch dieses Jahr)

vorhanden :!: :mrgreen:
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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon manfred5 » Mo 16. Okt 2017, 14:19

Die dicke Platte kann wegrosten? Das wundert mich, aber man weiß ja nie.
Deswegen werde ich die Ecke (den Hohlraum) mal mit Dinitrol fluten.

Netten Gruß
Manni
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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon 5-ender » Mo 16. Okt 2017, 18:40

Es gibt Typ 89, bei denen dieses Blech komplett
weggefault ist... Irgendwo geistert ein Bild davon, im Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar. Bitte registriere Dich oder logge Dich ein. .

MfG Chris
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Re: Hinterachslager Audi 80 Cabriolet 1997 ersetzen

Beitragvon manfred5 » Di 17. Okt 2017, 01:33

Jan867 hat geschrieben:Hallo Manni,

super Bericht, danke sehr! Wäre doch etwas für die FAQ...
Ist die HA jetzt mittig ausgerichtet? Ich meine, ist der Abstand zwischen Koti und Rad auf beiden Seiten gleich?


Hallo Jan,

ich verstehe die Frage nicht. Meinst Du, ob das Abstand Hinterrad zum Radhaus nach vorne auf beiden Seiten gleich ist?
Das habe ich nicht gemesssen und auch keinen Gedanken dazu gehabt weil die Position der Achse ja ohnehin durch die vordere Aufnahme festgelegt ist.

Zum Thema Rostschutz:
Wenn ich lese, daß bei einem Cabriolet eine solche massive Platte (Gegenlager Hinterachsschraube) komplett weggerostet war, kommt mir direkt der Gedanke, daß dies die Achillesferse oder besser die Achilles-Stelle am Cab sein könnte, bei der man tunlichst auf Null-Rost achten sollte. Deswegen würde ich der Stelle gerne eine Ladung Dinitrol 3431 gönnen. Stellt sich aber sofort die Frage, ob das Zeugs das Gummi des Lagers in der Gummi-Metall-Verbindung angreifen würde. Ich weiß es nicht. Hat jemand Erfahrungen mit der Verträglichkeit von Gummi-Lagern und Hohlraumversiegelungen?

#
Thema: Anheben des Fahrzeugs - als Ergänzung:
Ich bekomme gerade den Hinweis. daß das Fahrzeug zu weit vorne angehoben wurde und nur auf der Kante des Unterstellbocks (Punktlast!) abgestützt war - stimmt.
So wäre die richtige Position.
Hinten_anheben.JPG

Na ja, das nächste Mal mach ich's besser. Aber wie sagt der Kölner? Hätt ja nochens jut jejange (Es hat noch einmal gut gegangen) ;-)

netten Gruß
Manni
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