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[Typ44] Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Motorentechnik / Abgasanlagen / KAT / Kühlung / Nebenaggregate / usw...

Moderator: quattro-sa

Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon NG Coupé » Do 7. Dez 2017, 20:22

Jan867 hat geschrieben:sehr, sehr cool 8) 8) 8) . Daran kann man mal sehen, als was alles beim NG noch geht...
Deshalb vermute ich mal, daß der Mantor entsprechend umgebaut wurde, und könnte mir vorstellen, daß hieran auch Motorklopfen Schuld sein kann:
Ich hatte vor ca. 5tkm einen Kopfdichtungsschaden am Steg zwischen Zylinder 4 und 5.

Kein massives Hochtourenklopfen, das schnell offensichtlich wird, sondern permanentes, kleines aber zerstörerisches Klopfen.


Ja, der Motor ist entsprechend umgebaut. Allerdings habe ich das alles zum ersten Mal gemacht und hatte noch keine Vorerfahrungen. Die Leistung ist wirklich wie ich es mir erhofft hatte. Auch wenn oft behauptet wird, dass Motortuning beim NG Geldverschwendung sei. Dem kann ich nicht zustimmen. :D

Ich nehme auch an, dass ein Motorklopfen Grund für den Stegbrand sein kann. Dieses wird ja aber durch Ölkohleablagerungen begünstigt. Ist es vllt. nur eine Folge des hohen Ölverbrauchs aufgrund der Abstreifringe?
Evtl. ist auch die Zündung zu scharf eingestellt? Ich fahre mit 18° v. OT. bei Super Plus. In Verbindung mit der Verdichtungserhöhung doch zu früh? Von Zündrücknahme habe ich jedoch noch nie etwas gemerkt.
Was könnte ich gegen eventuelles unbemerkbares Klopfen tun?

Jan867 hat geschrieben:
Von der Metallkopfdichtung erhoffe ich mir eine höhere Standfestigkeit sowie evtl. eine bessere Wärmeabfuhr.

Daß die Metalldichtung dabei draufgeht ist unwahrscheinlich, auch sind die Stege zwischen den Zylindern breiter. Aber es könnte sein, daß sich die Detonationen im Alu des ZK zwischen ZK und ZKD durcharbeiten. Daraus entsteht ein Loch im ZK in den benachbarten Verdichtungsraum.

Die Wärmeabfuhr scheint besser zu sein, aber es bringt nur 1°, den der Motor später klopft.


Vielleicht ist der Stegbrand aber auch durch eine höhere Wärmebelastung bedingt. Die Metalldichtung würde die größere Hitze dann besser verkraften.


Jan867 hat geschrieben:
Habe bereits einen zusätzlichen Kühlwasserabgang am 5. Zylinder zum Wärmetauscher montiert.

meintest Du wirklich Wärmetauscher, oder ist das anders gemeint?



Ja, ich meine den Heizungskühler. Am NG Kopf befindet sich hinten am 5. Zylinder ein Blindstopfen, der bei früheren 10V Motoren für den Thermozeitschalter der Warmlaufanreicherung diente. Von dort aus bin ich über ein T-Stück in den Heizungskühlerzulauf gegangen.


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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon Mad Dog » Do 7. Dez 2017, 21:34

Moinsen!

Auch wenn wir mittlerweile meilenweit vom ursprünglichen Thema abgekommen sind und es nicht mehr um Geräusche sondern um Tuning geht:
NG Coupé hat geschrieben:... Auch wenn oft behauptet wird, dass Motortuning beim NG Geldverschwendung sei. Dem kann ich nicht zustimmen. :D

Stimmt, genau meine Meinung. Auch wenn ich selbst noch keinen NG besessen habe sondern stattdessen an KE und 7A getuned habe: Saugertuning am 5-Ender ist NIE rausgeschmissenes Geld.
;)
Ernsthaft: Alle diejenigen, die statt eines 5-Ender-Sauger-Tunings den entsprechenden Turbo favorisieren (also MC2 statt getunetem NG, 3B statt getunetem 7A) sind meist Viertelmeilen- oder Autobahnfahrer. Auf WIRKLICH interessanten Strecken (Bergrennen, Serpentinen) ist ein getuneter Sauger echt ne Bank: Kein Turboloch, echte Drehfreude und (vor Allem!) keine Turbo-Gedenksekunde => spontan, berechenbar, dosierbar!
Klar bekommt man nominal aus einem Turbomotor mehr Leisting raus. Aber ein drehzahlhungriger Sauger ist einfach ... "lebendiger" ... "spaßiger" ...

In diesem Sinne: Bitte macht weiter so! Standard ist langweilig!
:mrgreen:

Gruß

Christian

Edit: Was das Ansprechverhalten angeht, ist einzig ein Kompressormotor in der Lage, mit einem Sauger mitzuhalten. Aber DIESEM Konzept ist ja dem Turbomotor dank besserer Effizienz (und daher besseren CO2-Werten auf dem Rollenprüfstand) der Vorzug gegeben worden.
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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon Andreas » Do 7. Dez 2017, 23:39

Mad Dog hat geschrieben:Moinsen!

Auch wenn wir mittlerweile meilenweit vom ursprünglichen Thema abgekommen sind und es nicht mehr um Geräusche sondern um Tuning geht...


Moin zusammen!

Diesen einen Satz möchte ich mal aufgreifen. Ich bin im "zweitgrößten Lkw-Forum der Welt" moderativ oft mit diesem Problem konfrontiert - ist die Abweichung vom eigentlichen Thema zu groß, oder sollte man es laufen lassen?? Wirkliche Diskussionen, die man sich in einem Forum ja wünscht, entstehen meist spontan, und irgendwann zeigt die Einsicht, daß man das nicht kanalisieren kann. Ein neues Thema dazu aufgemacht, und schon klappt es nicht mehr.

Ich tröste mich mit einer guten Suchfunktion (die es, nur wenig eingeschränkt, ja auch hier gibt!) und hoffe, daß jeder Interessent damit das findet, was er sucht. Mir war das bisher immer vergönnt :lol:

Also, ich hoffe einfach, daß es nicht "zuviel" wird, auch wenn der Titel des Threads irgendwann nicht mehr passen mag.


Andreas


P.S. ich habe es inzwischen geschafft, dank massivem Einsatz von Kältespray, den Gewindeadapter vor dem Rücklauf-Sperrventil für die Kopf-Ölversorgung herauszubekommen. Das Ventil selbst ist fritte.... gut zu wissen, der Einsatz hat sich gelohnt.

Zum "akustischen Motor-Zugang" muß ich noch antworten! Und ich müßte auch was wissen: Zündkennfelder... es war die Rede davon, daß man nicht über das 10:1-Kennfeld hinauskommt. Gegenfrage: wie schafft man das doch??? Noch immer habe ich mich nicht für das künftige Verdichtungsverhältnis entschieden, verschiedene Zylinderköpfe grinsen mich an. Handlungsbedarf...!!!
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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon audiavus » Fr 8. Dez 2017, 06:36

@ NG Coupe: hast du die Motorkontrolleuchte im KI angeschlossen? Dort sieht man es dann nämlich blinken, wenn das Klopfen so stark wird, dass es von der Klopfregelung nicht aufgefangen werden kann....
Sommer: 1992er Audi 100 typ C4 mit 2,5L 7A Motor
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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon NG Coupé » So 10. Dez 2017, 11:12

audiavus hat geschrieben:@ NG Coupe: hast du die Motorkontrolleuchte im KI angeschlossen? Dort sieht man es dann nämlich blinken, wenn das Klopfen so stark wird, dass es von der Klopfregelung nicht aufgefangen werden kann....


Leider noch nicht. Ich wollte sie gern nach Jans Anleitung anschließen, aber meine Diagnoseleitung ist nicht auffindbar. Darum muss ich mich noch kümmern.


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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon Jan867 » Mo 11. Dez 2017, 15:02

Hallo,

gut, dann mache ich mal mit OT weiter.

NG Coupé hat geschrieben:Ja, der Motor ist entsprechend umgebaut.

dann sollten wir jetzt doch mal wissen, was alles verändert wurde.




Ich nehme auch an, dass ein Motorklopfen Grund für den Stegbrand sein kann. Dieses wird ja aber durch Ölkohleablagerungen begünstigt. Ist es vllt. nur eine Folge des hohen Ölverbrauchs aufgrund der Abstreifringe?

durch Ablagerungen auf dem Kolben kann sich die Verdichtung geringfügig erhöhen, schlimmer wäre aber wohl der Rückgang der Klopffestigkeit des Sprites durch Öleintrag. Allerdings müßte es dann vom 5. in den 4. Zylinder durchbrennen, nicht anders herum.




Evtl. ist auch die Zündung zu scharf eingestellt? Ich fahre mit 18° v. OT. bei Super Plus. In Verbindung mit der Verdichtungserhöhung doch zu früh?

wie hoch sind die Verdichtung und der Kompressionsdruck jetzt?




Was könnte ich gegen eventuelles unbemerkbares Klopfen tun?

das findet erst mal Dein VEZ-Steuergerät heraus, solange es noch nicht am Anschlag arbeitet. Das Steuergerät kann den Zündwinkel nur bis 12° zurücknehmen, also solltest Du diese Regelgrenze kennen. Außerdem muß natürlich der Klopfsensor intakt sein. Er wird erst im Fehlerspeicher hinterlegt, wenn er keine Signale mehr zuläßt, dabei kann durch eine fehlerhafte Rate das Steuergerät das Klopfen schon mal überhören.




Vielleicht ist der Stegbrand aber auch durch eine höhere Wärmebelastung bedingt. Die Metalldichtung würde die größere Hitze dann besser verkraften.

der Hitze- und Druckanstieg beim Klopfen (bis 400 bar) ist um ein Vielfaches höher als die Verbrennungstemp beim Turbomotor. 10V-Turbos sind alle mit einer Weichstoffdichtung alt geworden. Das Klopfen hält irgendwann auch mal auf die Pleuellager und ist außerdem leistungsmindernd.




Ja, ich meine den Heizungskühler. Am NG Kopf befindet sich hinten am 5. Zylinder ein Blindstopfen, der bei früheren 10V Motoren für den Thermozeitschalter der Warmlaufanreicherung diente. Von dort aus bin ich über ein T-Stück in den Heizungskühlerzulauf gegangen.

dort bringt er nichts. Der Abgang im Block ist größer als der Kunststoffeingang am Wärmetauscher. Möchte man hinten vom ZK mehr Wasser wegbekommen, sollte eine Leitung direkt nach vorne zum großen Wasserabgang vom ZK gebaut werden. Allerdings hat es auch die Folge, daß der ZK insgesamt schlechter gekühlt wird.




Mad Dog hat geschrieben:Auf WIRKLICH interessanten Strecken (Bergrennen, Serpentinen) ist ein getuneter Sauger echt ne Bank: Kein Turboloch, echte Drehfreude und (vor Allem!) keine Turbo-Gedenksekunde => spontan, berechenbar, dosierbar!

naja, hier auf dem platten Land sucht man Berge und Serpentinen erfolglos, aber so ein Motor läßt sich ja auch in der Stadt im Alltagsgebrauch viel besser einsetzen: keine Drehzahlorgien, einfach aus dem Keller heraus steht unmittelbar sofort schon eine gute Leistung zur Verfügung.




Andreas hat geschrieben:Zum "akustischen Motor-Zugang" muß ich noch antworten! Und ich müßte auch was wissen: Zündkennfelder... es war die Rede davon, daß man nicht über das 10:1-Kennfeld hinauskommt. Gegenfrage: wie schafft man das doch???

das Kennfeld auf der VEZ läßt sich natürlich ändern und anpassen, wenn man die Verdichtung des Motors erhöht hat. Allerdings produziert man einen Motordefekt, wenn man die Verdichtung über das Grenzmaß hinaus erhöht, und alle anderen Parameter der Zündeinrichtung unverändert läßt.




NG Coupé hat geschrieben:
audiavus hat geschrieben:@ NG Coupe: hast du die Motorkontrolleuchte im KI angeschlossen? Dort sieht man es dann nämlich blinken, wenn das Klopfen so stark wird, dass es von der Klopfregelung nicht aufgefangen werden kann....


Leider noch nicht. Ich wollte sie gern nach Jans Anleitung anschließen, aber meine Diagnoseleitung ist nicht auffindbar. Darum muss ich mich noch kümmern.

naja, ohne die Diagnoseleitung ist eine korrekte Einstellung des Zündzeitpunktes nicht möglich. Das alleine kann schon ein Grund für Motorklopfen sein, weil man mit dem Zündwinkel nicht auf 18°, sondern auf bis zu 33° justiert. Wie hast Du denn den Zündwinkel eingestellt?
Grüße
Jan
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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon NG Coupé » Mo 11. Dez 2017, 18:35

Jan867 hat geschrieben:
NG Coupé hat geschrieben:Ja, der Motor ist entsprechend umgebaut.

dann sollten wir jetzt doch mal wissen, was alles verändert wurde.


Der Block ist komplett neu aufgebaut mit Mahle Kolben im zweiten Übermaß. Pleuel stammen aus dem ABY zwecks Gewichtsreduzierung. Das Schwungrad ist erleichtert. Ansonsten sind alle Dichtungen, Lager und die Ölpumpe neu. Der Block ist geplant. Ich bin der Meinung, dass 1/10 abgenommen wurde.

Der Kopf wurde per Hand vom Tuner (SLS) bearbeitet. Ein- und Auslasskanäle wuden geweitet und strömungsgünstig optimiert. Ventilsitze sind neu gefräst. Vom Kopf wurden insgesamt 7/10 abgenommen.
Die Nockenwelle wurde von dbilas auf das 272° Profil umgeschliffen. Ein verstellbares Nockenwellenrad ist montiert. Die Nockenwelle habe ich nach Datenblatt von dbilas eingemessen. INA 50g Hydros sind verbaut.

Die Drosselklappe ist auf eine große 55mm Klappe aufgespindelt, die kleine ist ohne Keil vom 5E. Habe sie nachträglich noch mit dem Dremel strömungsgünstig bearbeitet. Die Ansaugbrücke habe ich auf das größere Maß der Drosselklappe angepasst.

Den Luftfilterkasten habe ich an der Seite aufgeschnitten und dort einen schrägen Ansaugtrichter verklebt. Von diesem geht ein Schlauch an einen zweiten Ansaugtrichter hinter dem Kühler Grill => Kaltluftansaugung

Die Kurbelgehäuseentlüftung geht in einen Tank und ist über einen Filter offen gelegt.

Die Abgase gehen in einen 5 in 1 Rohrkrümmer von ATD Imola. Von dort in ein einflutiges Hosenrohr 60mm. Danach kommt ein 200 Zellen Kat von Powersprint und schließlich eine FOX AGA 63,5mm.

Einspritzdüsen, Lambda, Klopfsensor sind neu. Die Abstimmung habe ich über den Druckstellerstrom vorgenommen.

Jan867 hat geschrieben:
Ich nehme auch an, dass ein Motorklopfen Grund für den Stegbrand sein kann. Dieses wird ja aber durch Ölkohleablagerungen begünstigt. Ist es vllt. nur eine Folge des hohen Ölverbrauchs aufgrund der Abstreifringe?

durch Ablagerungen auf dem Kolben kann sich die Verdichtung geringfügig erhöhen, schlimmer wäre aber wohl der Rückgang der Klopffestigkeit des Sprites durch Öleintrag. Allerdings müßte es dann vom 5. in den 4. Zylinder durchbrennen, nicht anders herum.


Das könnte ich mir auch vorstellen. Ich hänge mal ein Bild der Dichtung an. Evtl. könnt ihr es daran erkennen?


Jan867 hat geschrieben:
Evtl. ist auch die Zündung zu scharf eingestellt? Ich fahre mit 18° v. OT. bei Super Plus. In Verbindung mit der Verdichtungserhöhung doch zu früh?

wie hoch sind die Verdichtung und der Kompressionsdruck jetzt?


Gesamt ist der Kopf den Kolben nun um 8/10 näher gekommen. Was macht das an der Verdichtung ungefähr aus? Kompressionswerte kann ich aktuell leider keine liefern.


Jan867 hat geschrieben:
Was könnte ich gegen eventuelles unbemerkbares Klopfen tun?

das findet erst mal Dein VEZ-Steuergerät heraus, solange es noch nicht am Anschlag arbeitet. Das Steuergerät kann den Zündwinkel nur bis 12° zurücknehmen, also solltest Du diese Regelgrenze kennen. Außerdem muß natürlich der Klopfsensor intakt sein. Er wird erst im Fehlerspeicher hinterlegt, wenn er keine Signale mehr zuläßt, dabei kann durch eine fehlerhafte Rate das Steuergerät das Klopfen schon mal überhören.


Der Klopfsensor ist zumindest neu. Marke Facet.


Jan867 hat geschrieben:
Vielleicht ist der Stegbrand aber auch durch eine höhere Wärmebelastung bedingt. Die Metalldichtung würde die größere Hitze dann besser verkraften.

der Hitze- und Druckanstieg beim Klopfen (bis 400 bar) ist um ein Vielfaches höher als die Verbrennungstemp beim Turbomotor. 10V-Turbos sind alle mit einer Weichstoffdichtung alt geworden. Das Klopfen hält irgendwann auch mal auf die Pleuellager und ist außerdem leistungsmindernd.


Die oberen Pleuellagerschalen sind gesputtert. Eine Leistungsminderung bemerke ich nicht.


Jan867 hat geschrieben:
Ja, ich meine den Heizungskühler. Am NG Kopf befindet sich hinten am 5. Zylinder ein Blindstopfen, der bei früheren 10V Motoren für den Thermozeitschalter der Warmlaufanreicherung diente. Von dort aus bin ich über ein T-Stück in den Heizungskühlerzulauf gegangen.

dort bringt er nichts. Der Abgang im Block ist größer als der Kunststoffeingang am Wärmetauscher. Möchte man hinten vom ZK mehr Wasser wegbekommen, sollte eine Leitung direkt nach vorne zum großen Wasserabgang vom ZK gebaut werden. Allerdings hat es auch die Folge, daß der ZK insgesamt schlechter gekühlt wird.


So wie du es sagst, wurde es mir auch empfohlen, also direkt in den großen Wasserkühler zu gehen. In einem bekannten Shop wird jedoch ein Nachrüstkit angeboten, welches genau so umgesetzt ist, wie ich es gemacht habe. Hätte vielleicht die Metalldichtung vom RS2 aufgrund von mehr Kühlwasserbohrungen einen positiven Effekt auf die Temperatur?



Jan867 hat geschrieben:
NG Coupé hat geschrieben:
audiavus hat geschrieben:@ NG Coupe: hast du die Motorkontrolleuchte im KI angeschlossen? Dort sieht man es dann nämlich blinken, wenn das Klopfen so stark wird, dass es von der Klopfregelung nicht aufgefangen werden kann....


Leider noch nicht. Ich wollte sie gern nach Jans Anleitung anschließen, aber meine Diagnoseleitung ist nicht auffindbar. Darum muss ich mich noch kümmern.

naja, ohne die Diagnoseleitung ist eine korrekte Einstellung des Zündzeitpunktes nicht möglich. Das alleine kann schon ein Grund für Motorklopfen sein, weil man mit dem Zündwinkel nicht auf 18°, sondern auf bis zu 33° justiert. Wie hast Du denn den Zündwinkel eingestellt?


Die Zündeinstellung habe ich bei abgestelltem Motor vorgenommen. Habe ihn per Hand auf 18° vor OT gedreht und den Verteiler so justiert, dass der Finger mittig auf die Kerbe zeigt.

Vielen Dank erst einmal für eure Hilfe und die qualitativen Posts! Auch, wenn wir hier vom eigentlichen Thema etwas abdriften, so denke ich doch, ist es eine interessante Diskussion.


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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon Jan867 » Di 12. Dez 2017, 14:04

Einspritzdüsen, Lambda, Klopfsensor sind neu. Die Abstimmung habe ich über den Druckstellerstrom vorgenommen.

wie wurde die Abstimmung vorgenommen, d. h. Ermittlung Lambda bei Höchstlast und Anpassung des Stellerstromes?




Ich hänge mal ein Bild der Dichtung an. Evtl. könnt ihr es daran erkennen?

das Bruchstück ist in 2 Teile zerbrochen, schwierig das zu kommentieren...
Kann es sein, daß der Dichtungsring vom 4. Zylinder oval aufgeweitet ist? Kannst Du das mal messen, also ist das Rund quer größer als Längs? Sind die Quetschnasen der Kolben der letzten Zylinder frei von Erosionsspuren, oder klebt Kolbenmaterial am ZK?




Gesamt ist der Kopf den Kolben nun um 8/10 näher gekommen. Was macht das an der Verdichtung ungefähr aus?

ausgehend vom Originalmaß könnte sich jetzt eine Verdichtung von 10,3:1 ergeben haben. Das ist mit der original VEZ und 98 Oktan nicht mehr fahrbar, es sei denn, man setzt den ZZP irgendwo bei 8-10° an. Aber dann ist auch das schöne Drehmoment untenherum verschwunden.

Den ZZP nur am Verteiler einzustellen ist sehr ungenau. Vielleicht hast Du 18° eingestellt, vielleicht aber auch mehr. Auf jeden Fall würde ich davon ausgehen, daß Motorklopfen die ZKD zerstört hat. Vielleicht hat Öleintrag auch noch dazu beigetragen, aber das ist schon fast irrelevant.

Der ZZP muß immer mit Stroboskoplampe und Brücke im Diagnosestecker eingestellt werden. Wenn Du mit diesem Motor zukünftig noch ein paar Meilen machen willst, mußt Du die Diagnoseleitung finden. Zur Not neu verlegen. Aber auch das wird nicht ausreichend sein, weil die VEZ beim ersten Vollgas sofort in das 2. Kennfeld laufen wird, aus dem es erst bei einem Neustart wieder herauskommt. Deswegen hast Du auch keinen Leistungsrückgang verspürt, weil das Steuergerät schon am Anschlag war. Mit der Motorkontrolleuchte im KI hätte man es sehen können.

Was zusätzlich notwendig wäre, ist ein neues Kennfeld für die VEZ. Du wirst feststellen, daß der Motor mit einer Grundeinstellung von 21° das meiste Drehmo im Keller entwickelt, auf der BAB aber nur mit ca. 8° gefahren werden kann. Man müßte also vor jedem Cruisen/BAB heizen den ZZP verstellen, wenn man nicht auf Leistung verzichten möchte, was nervig ist.

Zusätzlich benötigt der Motor mit einer anderen Nockenwelle eine anderen Zündwinkelverlauf. Die Maximalleistung wird drehzahltechnisch höher als mit der OE-Welle liegen. Leider nimmt die VEZ oberhalb von 5800 Touren aber schon wieder den Zündwinkel zurück. Also zu einem Zeitpunkt, wo die neue NW noch richtig Leistung bereitstellt, wird der Motor schon wieder gedrosselt.




In einem bekannten Shop wird jedoch ein Nachrüstkit angeboten, welches genau so umgesetzt ist, wie ich es gemacht habe.

ich weiß nicht, wer sich so etwas ausdenkt, aber es ist doch logisch, daß ein noch größerer Wasserabgang nichts bewirkt, wenn das Nadelöhr (Wärmetauscher) so bleibt wie es ist.




Hätte vielleicht die Metalldichtung vom RS2 aufgrund von mehr Kühlwasserbohrungen einen positiven Effekt auf die Temperatur?

ja, ich denke schon, weil das Kühlmittel schneller zirkulieren kann, und eher den Block verläßt. Dazu darf man sich auch Gedanken über einen 82°-Thermostaten und den großen Zusatzwasserkühler machen. Wer es perfekt machen will, bohrt durch die Gewindangüsse des ZK in die hinteren 3 Kühlkanäle und legt sich eine Wassergallerie zum großen Wasserabgang. Damit schafft man sich kühltechnisch einen Querstromkopf wie beim 20V.
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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon audiavus » Di 12. Dez 2017, 15:08

Jan867 hat geschrieben:[
Hätte vielleicht die Metalldichtung vom RS2 aufgrund von mehr Kühlwasserbohrungen einen positiven Effekt auf die Temperatur?

ja, ich denke schon, weil das Kühlmittel schneller zirkulieren kann, und eher den Block verläßt.


da bin ich immer noch am Zweifeln ob das so gut ist. immerhin ist der 20V Kopf ganz anders aufgebaut, das die 10V Dichtungen an manchen stellen zu ist, dürfte nicht ohne Grund so gemacht worden sein, sind ja 2 komplett unterschiedliche Kopfkonzepte (Umkehrspühler vs Querstrom)...
hier wär mal ein Wärmebild interessant, von nem 10V mit Originaldichtung und von einem mit der 20V Dichtung.. Nur die Frage ob man da die Kritischen Bereiche auch sieht....
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Re: Aussetzer, Geräusche Audi 100 5-Zylinder

Beitragvon Jan867 » Di 12. Dez 2017, 18:28

ja, wir haben schon oft darüber diskutiert, teilweise war ich selbst auch sehr kritisch. Ob es einen positiven Erfolg gibt, möchte ich nicht bezeugen, aber einen negativen auch nicht.

Wenn man sich den 20V anschaut, tritt das Kühlmittel aus dem Rumpf auf der heißen Auslaßventilseite in den ZK, um von dort weitergereicht die kühle Einlaßventilseite zu erhitzen. Leistungstechnisch ist das jedenfalls schon mal schlecht, weil durch die Erhitzung der Ladungsseite die Ladung erwärmt wird, was ihre Dichte verringert.

Beim 10V ist nur seitlich und hinter dem 5. Zylinder ein Kühlmitteldurchlaß, sowie ein Einzelner am 4. Zylinder. Die Minibohrungen berücksichtige ich erst mal nicht. Das Wasser strömt also von hinten nach vorne durch den ZK, wobei vorne der ZK am 1. Zylinder dann am stärksten erhitzt.

Bei beiden Motoren wird das Kühlmittel von der gleichen Wapu (nicht ADU, aber jetzt auch entfallen) auf der linken Blockseite (in Fahrtrichtung) nach hinten durchgereicht, ein geringerer Teil auch auf der rechten Seite. Damit besteht beim 10V die Möglichkeit, daß ein Teil des Kühlmittels bereits am 1. und 2. Zylinder in den ZK eintritt, und damit eventuell nicht mehr den anderen Zylindern zur Kühlung zur Verfügung steht.
IMG_20160720_103042.jpg

Nun ist es beim 10V aber so, daß der Kühlmittelstrom verlangsamt nach hinten durchgereicht wird, weil der Durchlaß durch die ZKD viel geringer als beim 20V ist. Dabei erhitzen sich die hinteren Zylinder schneller. Erkennen kann man es daran, daß man bei 10V mit Klopfschäden die Schäden nie an den beiden ersten Zylindern findet, sondern immer an den 3 hinteren. Am stärksten beim 5. Zylinder.

Nun mag man den Einwand bringen, daß die Ladungsstrecke beim 10V am 5. Zylinder am kürzesten ist, aber vermutlich ist das eher weniger ursächlich für das Klopfen, als die Hitzeentwicklung im Block. Die Ladung erwärmt sich am Einlaßventil und allen anderen berührten Flächen, womit im 2. Takt beim Komprimieren auch die Klopfneigung zu nimmt.

Ein schnellerer Durchfluß des Kühlmittels beim 10V sollte die Kühlung des langen Motorblocks bis hin zum 5. Zylinder eigentlich verbessern. Ein gleichmäßigerer Eintritt des Kühlmittels in den ZK ist da nicht nachteilig, im Gegenteil, die Kühlung der ungünstig nebeneinander angeordneten Ein- und Auslaßkanäle sollte leistungstechnisch Vorteile haben.

Die Konsequenz könnte natürlich sein, daß der 1. Zylinder zu weit herabkühlt, und somit die Ladung an der Zylinderwand kondensiert, was zu einem Mehrverbrauch an Sprit führt. Aber naja, dann wohl besser keine Leistungsveränderung machen...
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